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0:3 Niederlage gegen die Tschechen
Als einen lehrreichen Warnschuss deuteten Bundestrainer Joachim Löw und sein von den Tschechen demontiertes Team die heftige 0:3 Niederlage auf dem Weg zur Fußball ? EM 2008, aber die gellenden Pfiffe trafen die Nationalspieler doch empfindlich. ? Dieses Spiel wird uns mit Sicherheit nicht aus der Bahn werfen. Dafür ist die Mannschaft einfach schon zu reif. Es ist jetzt nicht so, dass wir eine tiefe Enttäuschung mitnehmen? , kommentierte Löw nach der ersten sportlichen Blamage in seiner Amtszeit.
Dennoch will der 47- Jährige die höchste Niederlage einer deutschen Mannschaft in 72 EM ? Qualifikationsspielen nicht einfach abhaken: ? Da werden noch einige Dinge deutlich zu besprechen sein beim nächsten Länderspiel ?, kündigte er an. Gegen Zypern am 17. November und vier Tage später in Frankfurt am Main gegen Walen ist Wiedergutmachung angesagt. Die Tschechen,die sich nun auch für die EM qualifiziert haben, sorgten mit den Toren von Libor Sionko (2.Minute), Marek Matejovsky (23.) und Jaroslav Plasil (63.) für den Absturz von Wolke sieben.
Abwehrspieler Christoph Metzelder gab zu, dass die Bauchlandung für alle ein Schockerlebniss war :? Man hatte das Gefühl, diese Mannschaft hat keine Grenzen, Europa liegt ihr zu Füßen. So ein Dämpfer sort dafür, dass man in die Realität zurückkommt.? Diese Realität brachte Löw mit nur fünf Worten auf den Punkt : ? Wir sind nicht der EM ? Favorit!? Ohne den Qualifikationsdruck, ohne wichtige Stammspieler gegen einen Gegner von größerem Kaliber als Wales oder Irland und insbesondere ohne die notwendige Einstellung in einem Länderspiel war die DFB ?Elf nur ein Spielball für die ebenfalls ersatzgeschwächten Tschechen.
Allein Kevin Kuranyi gestand das Motivationsproblem ein : ? Wir waren im Kopf nicht da.? Schon nach 19 Minuten hatte Trainer Löw seine Mittelfeldstrategen Bastian Schweinsteiger und Torsten Frings zum Krisengespräch an die Seitenlinie beordert. Da stand es bereits 1:0 für die Tschechen und im deutschen Team lief nicht viel zusammen. Aber auch die Ansprache fruchtete nichts, denn 4 Minuten später lagen die Gäste mit 2:0 vorn : Marel Matejovsky spazierte an Frings und Metzelder vorbei und schob ein. Der Ex ? Dortmunder Jan Koller hatte beide Male die Vorarbeit geleistet. Die Tschechen hatten eine simple Taktik: Torwart Petr Cech spielte Langholz über alle hinweg, der lange Koller ließ die Kugel an seiner Brust abprallen.
Gegen die relativ sorgenfreien Deutschen an diesem Abend in München ein nicht besonders originelles, aber ein ziemlich patentes Rezept?. Mit Pfiffen wurde die Mannschaft in die Kabine geschickt. Nach dem Wechsel brachte Löw Simon Rolfes und Clemens Fritz für Metzelder und Trochowski. Es änderte sich aber nichts gravierend am deutschen Spiel. Im Gegenteil : Die Tschechen wurden von Minute zu Minute sicherer und kamen in der 63. Minute durch Plasil sogar zum 3:0. Die Niederlage war damit besiegelt, und sie tat weh, so weh wie das Pfeifkonzert in der Münchener Arena am Ende.


